Darkbeat: Wir bestaunen Ankor im Backstage

27.10.2023 Backstage München
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Freitagabend… raus aus der Arbeit und rein ins Backstage!! Insbesondere heute, da uns im Backstage Club ein überraschend toller Konzertabend bevorsteht. Erstmal muss ich damit zurechtkommen, dass sich unser Erfolgsautor Holgi mal wieder mit der Seuche namens Corona angesteckt hat, und ich wohl selbst diesen Erlebnisbericht verfassen darf. Wie auch immer, auf dem Programm steht heute die spanische Alternative-Metal-Kapelle Ankor, die nicht nur auf dem neumodischen Fernsehersatz Youtube inzwischen weit mehr als nur Achtungserfolge feiern darf. Selbst in Wacken durfte sich die Kapelle dieses Jahr präsentieren. Ich weissage mal, dass wir Ankor wohl in Zukunft nicht mehr in dem gemütlichen kleinen Backstage Club so wie heute sehen werden. 



Anyways gegen acht Uhr bewegt sich so langsam was auf der kleinen Bühne im durchaus schon gut gefüllten Backstage Club. Ohne großes Intro oder sonstige Allüren steigen Sever auf die Bühne und werden vom Publikum schon vor dem ersten Song beklatscht und bejubelt. Was ist da los? Ist das ne Band aus der Gegend? Haben die ihre Schulklasse mitgenommen? Oder die Studienkollegen? Weit gefehlt… Sever sind aus Riga in Lettland und auf die Frage des Sängers Leo Korenevsky, ob die Band denn hier überhaupt jemand kennen würde, melden sich gerade mal 6 Personen. Chapeau, an das Publikum an diesem Abend, denen das einfach mal egal ist und das Sever trotzdem feiert, als wären es die besten Kumpels. Das aber allerdings auch zu Recht. Sever feuern sauber, tight und fröhlich eine Alternative-Rock-Hymne nach der anderen ins Publikum, die allesamt gut in die Beine gehen und auch beim ersten Mal Hören durchaus den ein oder anderen Ohrwurm beinhalten. Insgesamt klingen Sever dabei wie eine leicht härtere und mit ein paar Core-Elementen versehene Version von Foo Fighters, was man durchaus als Kompliment verstehen kann. 

Jetzt aber Ankor … Nach dem Fall des Vorhangs, der die Umbaumaßnahmen vor uns versteckt hielt, starten die Spanier direkt mit “Lost Souls” los und stimmen uns mit großen Melodien, Metalcore-Riffs und derben Grunts auf einen denkwürdigen Abend ein. Das Publikum geht vom ersten Moment an komplett steil und hängt an den Lippen von Sängerin Jessie Williams. Da wird gesungen und geklatscht und und und… zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als der Bediener der Nebelmaschine komplett ausrastet und erst die Bühne und dann den kompletten Backstage Club in eine so dichte Nebelwand hüllt, dass man die Hand vor Augen nicht mehr erblicken kann. Was dazu führt, dass man die aktuelle Single zur Tour  “Darkbeat” nur Hören, aber nicht sehen kann. Der Stimmung in der Halle tut das keinen Abbruch, der Fotograf in mir leidet dadurch durchaus etwas. 

Nachdem sich der Nebel etwas gelegt hat, kann man wieder einen Blick auf die Bühne erhaschen, wo Gitarrist und Gelegenheitssänger Fito wie ein Flitzegummi auf der Bühne umhersaust und springt. Man kann förmlich sehen, wie sehr sich die Band über das aktive Münchner Publikum freut. Nach der Mitsinghymne “Walking Dead” und der Abrissbirne “The Legend of Charles the Giant” wird es mit “Ghosts” und “Fences” etwas ruhiger und wir können wieder und wieder die fantastische variable Stimme von Jessie bewundern. Sensationell!!

Was weiterhin sensationell ist, ist was im Hintergrund an den Trommelfellen passiert, gerade bei den Metalcorekrachern wie etwa “Holy Wolf”, oder bei dem Schlagzeugsolo, welches wir in der Zugabe noch hören dürfen. Ja, da darf man durchaus auch mal einen Blick nach hinten zu Eleni Nota riskieren und sich anschauen, was sie da so hinter Ihrer Schießbude veranstaltet. Mit einem fast eingefrorenen Gesicht ballert sie einen tighten Groove nach dem anderen in die Menge und treibt damit die Kapelle wie auch Publikum an und bildet damit ein großartiges Fundament, auf der sich die anderen Musiker austoben können. Mit der neuen Single “Stereo”, dem fulminanten “Prisoner” verabschieden sich Ankor von uns. Allerdings nicht ohne, dass Sie sich zu Ihrer Version von Billie Eilishs “Bad Guy” nochmal vom Publikum ausgiebig feiern lassen.

Was soll ich sagen? Ich bin begeistert, der Rest der Meute hier im Backstage auch. Wir kommen wieder… im nächsten Jahr, um Ankor als Vorband von Beyond the Black zu sehen!!!